Biotoppflege

Zur Erhaltung der Biodiversität ist viel Handarbeit notwendig. Die Einsatzgruppe Naturschutz übernimmt diese wertvolle Aufgabe im Kreis Coesfeld. Mit ihrer Arbeit wirken sie dem Rückgang seltener Pflanzen‐ und Tierarten in ihren Lebensräumen entgegen.

Ohne regelmäßige Pflege verbuschen Moore, Gewässer und Heiden. Obstbäume und Kopfweiden sind wertvoll Kulturlandschaftsrelikte, die für viele Tiere - bei uns vor allem dem Steinkauz - wichtige Höhlenbäume sind. Sie benötigen regelmäßigen Schnitt.

Maßnahmen im Übergangsmoor: Zurücknahme der Gehölze durch Ringelung im August 2016.
Kopfweide-Rückschnitt.
Obstbaumpflege

In jedem Gebiet ist spezielles Vorgehen und Werkzeug gefragt: 
Auf den Wiesen bleibt jedes Jahr nach der Mahd ein großer temporärer Saum stehen. Temporäre Säume bieten wertvolle Rückzugsräume für die Fauna. Im darauffolgenden Jahr wird dieser Bereich gemäht, da ein Saum, der dauerhaft stehen bleibt, im Laufe der Zeit artenärmer wird und von konkurrenzstarken Arten wie der Brennnessel (Urtica dioica) dominiert wird.

Die Pflegemahd in der Heide wird mit dem Einachsmäher vorgenommen, bei Uferrandstreifen von Kleingewässern kommt der Freischneider zum Einsatz.

Durch die extensive Beweidung entstehen vielfältige Biotopstrukturen, die zu einer hohen Artenvielfalt bei Flora und Fauna führen. Neben der geringen Beweidungsdichte (maximal zwei Tiere pro Hektar) sind der Verzicht auf Düngung und Pestizide entscheidende Faktoren für den Artenreichtum.

Robuste Rinderrassen wie zum Beispiel das Taurus‐Rind eignen sich besonders für Naturschutz‐Großprojekte. Sie können das ganze Jahr über bei jeder Witterung draußen bleiben und sind bezüglich der Futterqualität sehr genügsam.

Um artenreiche Wiesen und Weiden zu entwickeln ist es oft notwendig diese mit den Samen einer naheliegenden Spenderfläche “anzuimpfen”. Dabei werden deren Samen- oder auch das Mahdgut dort aufgefangen und direkt auf die vorbereitete Empfängerfläche übertragen.

Weitere Infos dazu: Mahdgutübertragung

Einheimische Pflanzen, die auf eine Beeinträchtigung des Standortes hinweisen, werden als Störzeiger bezeichnet. Eine Beeinträchtigung kann beispielsweise durch einen zu hohen Nährstoffgehalt des Bodens verursacht werden. Störzeiger vermehren sich oft schnell und großflächig. Daher müssen sie bekämpft und die Beeinträchtigung des Standortes beseitigt werden, um die Artenvielfalt im Grünland zu erhalten oder zu fördern. Arbeitseinsätze dauern oft mehrere Jahre, da im Naturschutz auf chemische Bekämpfungsmittel verzichtet wird

Invasive Neophyten

Gebietsfremde Pflanzenarten, die von Natur aus nicht in Deutschland vorkommen, sondern erst durch den Einfluss des Menschen z.B. nach der Entdeckung Amerikas zu uns gekommen sind, werden Neophyten genannt. Zahlreiche Neophyten sind invasiv – sie dringen in die Leben s ‐ räume der hei mischen Flora ein und verdrängen diese. Neophyten gelangen als Forst‐ oder Zier‐ pflanzen, durch Gartenabfälle, Vogelfutter oder nicht heimi sche Blühmischungen in die Natur. Die Entfernung dieser Arten ist – wenn noch möglich – ebenfalls eine langwierige und langfristige Aufgabe im Naturschutz

Zurückdrängen von Störzeigern: Ampferstechen.
Die Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum) ist eine Neophyt, der Massenbestände ausbilden kann.
Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense).
Breitblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius) kann -anders als im Bild zu sehen- im Grünland Massenbestände bilden.
Jakobs-Kreuzkraut ist eine einheimische Pflanzenart, kann sich aber im Grünland massiv ausbreiten. Da es giftig ist, vermindert sich der Futterwert der Wiese oder Weide.
Der Japanische Staudenknöterich (Reynoutria japonica) stammt ursprünglich aus Asien. Er ist stark invasiv und nur sehr schwer zu bekämpfen.

 

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Heidepflege im Venner Moor
Heidepflege

 

Damit Kleingewässer nicht mit Gehölze zuwachsen und verschatten, müssen sie ebenfalls regelmäßig entkusselt werden. So bleiben sie für viele Amphibienarten als Habitat erhalten.