Mahdgutübertragung

Die Mahdgutübertragung ist eine bewährte Methode im Naturschutz, um artenreiche Wiesen dauerhaft zu sichern und neue Lebensräume zu entwickeln. Dabei wird die Pflanzenvielfalt einer sogenannten Spenderfläche auf eine geeignete Empfängerfläche übertragen – und so unsere heimische Artenvielfalt gefördert.

Von der Spender- zur Empfängerfläche

Als Spenderflächen dienen artenreiche Wiesen mit einer gut ausgebildeten Pflanzengesellschaft. Diese werden zweimal jährlich beerntet:

  • Frühsommer: Mit dem Wiesefix werden die reifen Samen gewonnen.
  • Spätsommer: Die Fläche wird vollständig gemäht.

Das dabei anfallende Saat- und Mahdgut wird auf vorbereitete Beetstreifen der Empfängerfläche ausgebracht.

Mehr als nur Samen

Mit dem Mahdgut gelangen nicht nur Samen, sondern auch Pilze, Moose, Flechten und kleine Insekten auf die Empfängerfläche. Auf diese Weise wird die gesamte Lebensgemeinschaft übertragen – von früh- bis spätblühenden Arten.

Voraussetzungen

Für eine erfolgreiche Mahdgutübertragung muss die Empfängerfläche ähnliche Standortbedingungen wie die Spenderfläche bieten und sich in räumlicher Nähe befinden.

Saatguternte für mehr Artenvielfalt

Der Wiesefix ist ein handgeführtes Gerät, mit dem Samen schonend von reifen Blütenständen abgestreift und in einem Auffangkorb gesammelt werden. Größere Pflanzenteile und Insekten bleiben dabei im Sieb zurück und können wieder freigesetzt werden.

Für den Naturschutz bietet der Wiesefix viele Vorteile:

  • Die Pflanzen auf der Fläche bleiben erhalten und können später noch als Heu genutzt werden.
  • Durch die Höhenverstellung der Bürste lässt sich gezielt Saatgut bestimmter Arten gewinnen.
  • Mehrere Einsätze pro Jahr sind möglich.

Lokal- statt Regiosaatgut

Das Gerät eignet sich besonders, um Samen heimischer Pflanzenarten lokal zu sammeln und damit artenarme Flächen in der Umgebung ökologisch aufzuwerten. Voraussetzung sind artenreiche Spenderflächen ohne Problempflanzen sowie vergleichbare Standortbedingungen auf den Empfängerflächen. Ziel ist es, nicht nur einzelne Arten, sondern ganze standorttypische Pflanzengesellschaften zu übertragen.