Der Laubfrosch

Der Laubfrosch Hyla arborea ist die einzige baumbewohnende Amphibienart Europas! Der Laubfrosch ist eine charakteristische Amphibienart der Flussauen und der kleingegliederten, extensiven Kulturlandschaft. 

Sein Verbreitungsschwerpunkt liegt im Münsterland, weshalb wir im Kreis Coesfeld eine besondere Verantwortung für den Schutz dieser Art tragen. In Nordrhein-Westfalen gilt der Laubfrosch als stark gefährdet (Rote Liste NRW: Kategorie 2).

Unter dem Titel „Ein König sucht sein Reich“ wurde deshalb vom NABU ein landesweites Schutzprojekt ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit Biologischen Stationen, Fachbehörden und vielen Ehrenamtlichen werden geeignete Lebensräume gepflegt und neue Kleingewässer angelegt. Die NABU-Naturschutzstation Münsterland koordinierte das Projekt, an dem sich auch das Naturschutzzentrum im Kreis Coesfeld aktiv beteiligt.

Der Laubfrosch ist mit 3–4,5 cm Körperlänge einer der kleinsten heimischen Frösche – und durch seine leuchtend grüne Farbe zugleich einer der auffälligsten. Ein dunkler Streifen verläuft von der Nasenspitze über die Augen bis zu den Oberschenkeln. Seine glatte Haut und die Haftscheiben an Fingern und Zehen machen ihn zu einem ausgezeichneten Kletterer, der sich oft auf Blättern, in Hecken oder sogar in Bäumen aufhält. Seltener treten auch braune oder gelbliche Farbvarianten auf.

Ursprünglich lebte der Laubfrosch in den warmen Auen großer Flüsse. Heute findet man ihn vor allem in strukturreichen Kulturlandschaften mit Wiesen, Weiden, Hecken und vielen Kleingewässern. Bevorzugte Laichplätze sind sonnige, fischfreie Teiche, Tümpel und Weiher mit dichter Ufervegetation. Außerhalb der Fortpflanzungszeit halten sich die Tiere in höherer Vegetation auf – etwa in Brombeerhecken, Weiden oder Schilfrändern.

Der Laubfrosch kommt in weiten Teilen Europas vor, ist jedoch in Deutschland vielerorts selten geworden. In Nordrhein-Westfalen haben sich dank intensiver Schutzmaßnahmen mehrere Populationen erholt, insbesondere im Münsterland.

Als wärmeliebende Art wird der Laubfrosch meist im April oder Mai aktiv. In lauen Frühlingsnächten rufen die Männchen lautstark an ihren Laichgewässern – das typische „äpp-äpp-äpp“ ist über weite Entfernungen zu hören. Nach der Paarung verlassen die erwachsenen Tiere die Gewässer und verbringen den Sommer in Hecken und Gehölzen. Die Überwinterung erfolgt an Land, meist in Erdhöhlen, Wurzelspalten oder unter Laub. Auf dem Weg zwischen Sommer- und Winterlebensraum legen Laubfrösche oft mehrere hundert Meter bis Kilometer zurück.

Die Weibchen heften ihre Laichballen an Pflanzen im Flachwasser an. Jeder Ballen enthält 30–80 Eier; insgesamt legt ein Weibchen im Frühjahr mehrere hundert Eier ab. Nach 50–80 Tagen schlüpfen die Kaulquappen, die sich über den Sommer in Jungfrösche verwandeln und das Gewässer verlassen. Laubfrösche werden meist nach zwei Jahren geschlechtsreif und erreichen in freier Natur ein Alter von bis zu fünf Jahren.

Laubfrosch-Monitoring

Der Laubfrosch, einst weit verbreitet und durch seine nächtlichen Rufe bekannt, ist heute in Nordrhein-Westfalen gefährdet. Hauptverbreitungsgebiet ist das Münsterland, insbesonders im Norden des Kreises Coesfeld, wo sich dank intensiver Schutzmaßnahmen wieder stabile Bestände entwickeln. Unter dem landesweiten Artenhilfsprogramm „Ein König sucht sein Reich“ werden seit 1990 Lebensräume geschaffen und vernetzt, um dem Laubfrosch und seiner artenreichen Begleitfauna langfristig eine Zukunft zu sichern.

Fachliche Begleitung im Kreis Coesfeld

Im Kreis Coesfeld begleitet das Naturschutzzentrum die Auswahl und Pflege geeigneter Laubfroschgewässer fachlich. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Kleingewässern und Weidetümpeln im Berkelsystem. Hier werden regelmäßig Pflegemaßnahmen durchgeführt, um Flachwasserzonen, Röhrichte und sonnenexponierte Uferbereiche zu erhalten – entscheidende Strukturen für Fortpflanzung und Entwicklung der Tiere.

Ruferfassungen und Bestandserfassung

Zur Bestandserfassung führt das Naturschutzzentrum alle fünf Jahre Ruferfassungen in über 80 Kleingewässern an der Berkel und ihren Zuflüssen durch. Diese Daten liefern wertvolle Hinweise auf die Entwicklung der Population und helfen, zukünftige Schutzmaßnahmen gezielt zu steuern.

Ein Erfolg des praktischen Naturschutzes

Dank des anhaltenden Engagements von Fachleuten, Ehrenamtlichen und Flächeneigentümern ist der Laubfrosch im Kreis Coesfeld wieder häufiger zu hören – ein erfreuliches Zeichen für den Erfolg des praktischen Naturschutzes in unserer Region.