Gemeinde Coesfeld / Letter Bruch

Das 66 ha große Naturschutzgebiet Letter Bruch ist ein Relikt der ehemals ausgedehnten Feuchtwiesengebiete des Kreises Coesfeld. Im Verbund mit Wahlers Venn und den Naturschutzgebieten entlang des Heubaches stellt es einen wertvollen Lebensraum für die gefährdeten Vogelarten der Feuchtwiesen dar.

Jedoch sind die Bestände durch Entwässerung und Nutzungsintensivierung deutlich zurückgegangen. Die seit 1964 erhobenen Daten des verstorbenen Walter Vest belegen den Niedergang von weiteren Brutvogelarten wie Uferschnepfe, Wachtelkönig, Braunkelchen und Wiesenpieper.

Erhaltung und Optimierung eines grossen zusammenhängenden Grünlandgebietes mit Feuchtweiden und kleinflächigen Magerweideresten als Lebensraum für Wat- und Wiesenvögel

Informationsquelle: Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW

Lage: Gemeinde Coesfeld, Kreis Coesfeld
Fläche: rund 69 Hektar
Schutzstatus: Naturschutzgebiet (NSG)
Schutz seit: 1991
 

Informationsquelle: Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW

Im Zentrum des NSG erstreckt sich von Nordost nach Südwest eine Linse mit Niedermoorboden. In diesem Bereich sind stark gefährdete Pflanzengesellschaften wie Brennhahnenfuß-Flutrasen (Ranunculo-Alopecuretum) und Sumpfdotterblumenwiesen (Calthion) zu finden. Als weitere vegetationskundliche Besonderheiten sind unscheinbare Magerweidensäume unterhalb der Zäune – dort, wo kein Dünger hinkommt – mit Arten wie Haar- Schafschwingel (Festuca filiformis) und Feld-Hainsimse (Luzula campestris) zu nennen. Das NSG hat eine große Bedeutung als Brut- und Nahrungshabitat für charakteristische Wiesenvögel wie Großer Brachvogel (RL 2N/2N), Kiebitz (RL 3/3) und Schafstelze (RL 3/3).

Der lange von Grünland dominierte Letter Bruch unterlag infolge der landwirtschaftlichen Intensivierung gravierenden Veränderungen: Zwischen 1953 und 1980 wurden der Uhlandsbach begradigt und zahlreiche Flächen drainiert (LökPlan 1998), so dass heute nur noch Reste der schützenswerten Feuchtwiesenvegetation vorzufinden sind. Rund 30 ha befinden sich seit 1991 im Eigentum des Landes NRW und werden im Rahmen des Vertragsnaturschutzes überwiegend extensiv beweidet. Im Gebiet dominieren schwere, grundwasserbeeinflusste Gleyböden. Den geologischen Untergrund bilden die über 150 m mächtigen Halterner Sande, die als wichtigster Grundwasserleiter des westlichen Münsterlandes gelten.