Das 21 ha große Schutzgebiet Franzosenbach umfasst im Kern das etwa 250 m lange, typisch ausgeprägte Tieflandbachtal des Röttgenbaches einschließlich eines Quellbereiches sowie ein weiteres Nebenbachtal in Einzugsgebiet des Franzosenbaches.
Dank des ehrenamtlichen Naturschutzes wurde der Wert der Feuchtwiese quasi in letzter Sekunde erkannt, bevor sie 1989 fast einer Bodenauffüllung zum Opfer gefallen wäre. Die Existenz einer zweiten, sehr wertvollen Nasswiese ist ebenfalls auf das Engagement des ehrenamtlichen Naturschutzes zurückzuführen, der seit über 15 Jahren dafür Sorge trägt, dass sie im Spätsommer gemäht wird.
- Erhaltung der naturnahen Fließgewässer und ihren naturnahen Erlen-Auenwäldern.
- Optimierung des Gebietes durch Entwicklung der angrenzenden, nicht standortheimischen Waldbestände in bodenständige Laubwälder und deren naturnahe Waldbewirtschaftung.
- Erhaltung und Pflege der wertvollen orchideenreichen Feucht- und Nassgrünlandflächen.
- Rückbau der Fischteichanlage zwecks Optimierung der Bachaue (Vermeidung Eutrophierung, Revitalisierung Bachauenwald).
Informationsquelle: Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW
Lage: Gemeinde Dülmen, Kreis Coesfeld
Fläche: rund 21 Hektar
Schutzstatus: Naturschutzgebiet (NSG)
Schutz seit: 1987
Informationsquelle: Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW
Im Frühjahr zeigt sich der naturnahe Erlenbruchwald (Alnetum glutinosae) entlang des Sand-Quellbaches mit seinem gelben Blütenteppich aus Sumpf-Dotterblumen (Caltha palustris) von seiner schönsten Seite. Auf dem staunassen Gleyboden sind in den zahlreichen Senken Teppiche mit Aufrechtem Merk (Berula erecta) ausgebildet.
Das Artenspektrum wird durch Sumpf-Segge (Carex acutiformis), Baldrian (Valeriana officinalis), Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus), Bittersüßen Nachtschatten (Solanum dulcamara) und lokal auch durch Torfmoose (Sphagnum spec.) ergänzt. Die Quellmulde ist von feuchtem Grünland umgeben, das sich seit der extensiven Nutzung mit jährlich einmaliger Mahd im Spätsommer zu einer der artenreichsten Feuchtwiesen (Calthion) im Kreis Coesfeld entwickeln konnte.
Zu den floristischen Besonderheiten zählen große Orchideen-Bestände mit Knabenkraut (Dactylorhiza maculata, RL 3N/3, Dactylorhiza majalis, RL 3N/2N) sowie Quell-Sternmiere (Stellaria alsine), Sumpf-Vergißmeinnicht (Myosotis scorpioides), Sumpf-Pippau (Crepis paludosa), Spitzblütiger Binse (Juncus acutiflorus) und Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris).