Die 3 bis 5 km breite Niederung des Heubach-Fließgewässersystems galt bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als das größte, zusammenhängende Moorgebiet im Münsterland. Noch um 1900 gab es über 1500 ha Hochmoorfläche und fast 3000 ha Niedermoor (Kürten, 1977). Viele Namen wie Rötenvenn, Weißes Venn oder die alte Klostersiedlung Maria Veen erinnern noch heute daran, obwohl die Moore mittlerweile größtenteils abgetorft wurden. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts dienten die nassen Flächen hauptsächlich als Weideland.
Zu dieser Zeit entwickelten sich die offenen, extensiv genutzten Grünlandflächen zu einem Paradies für Wat- und Wiesenvögel. Nach und nach wurde jedoch das Grünland intensiviert, entwässert oder umgebrochen. Mitte der 1980er Jahre verständigten sich Landwirte und Naturschützer darauf, einen Teil der Niederung unter Schutz zu stellen.
Die weithin bekannten Heubachwiesen wurden so zu einem wichtigen Kerngebiet des Feuchtwiesenschutzes im Münsterland. Der Vertragsnaturschutz in NRW nahm hier seinen Anfang.
- Erhalt und Wiederherstellung feuchten Grünlandes als Lebensraum für an Feuchtwiesen gebundene Tier- und Pflanzenarten
- Erhaltung als Rast- und Nahrungsgebiet für die teilweise gefährdeten Vogelarten des angrenzenden NSG "Heubachwiesen"
- Erhaltung, Förderung und Wiederherstellung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstätten, insbesondere von seltenen, zum Teil stark gefährdeten Wat- und Wiesenvögeln, Gänsen und von seltenen, zum Teil gefährdeten Pflanzengesellschaften des offenen Wassers und des feuchten Grünlandes
- Erhaltung der Niedermoor- und Hochmoorflächen
Informationsquelle: Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW
Lage: Gemeinde Coesfeld, Kreis Coesfeld
Fläche: rund 56,47 Hektar
Schutzstatus: Naturschutzgebiet (NSG) und Teil des Vogelschutzgebiets "Heubachniederung, Lavesumer Bruch und Borkenberge"
Schutz seit: 1982
Die Feuchtwiesen-Schutzgebiete der Heubachniederung bestehen aus drei Teilgebieten und liegen westlich von Dülmen im Grenzbereich der Kreise Coesfeld und Borken. Etwa drei Viertel der insgesamt 588 ha umfassenden Schutzgebietsfläche gehören zum Kreis Borken. Im Kreis Coesfeld befinden sich die beiden Schutzgebiete Heubachwiesen - Raeker Wiese (ca. 56 ha) und Heubachwiesen (ca. 99 ha).
Informationsquelle: Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW
Bekassine (Gallinago gallinago)
Feldlerche (Alauda arvensis)
Grosser Brachvogel (Numenius arquata)
Kiebitz (Vanellus vanellus)
Kreuzkröte (Bufo calamita)
Krickente (Anas crecca)
Löffelente (Anas clypeata)
Rebhuhn (Perdix perdix)
Schwarzkehlchen (Saxicola rubicola)
Uferschnepfe (Limosa limosa)
Wiesenpieper (Anthus pratensis)
Zauneidechse (Lacerta agilis)
Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis)
Das 5080 ha große EU-Vogelschutzgebiet "Heubachniederung, Lavesumer Bruch und Borkenberge" befindet sich im Grenzbereich des Kernmünsterlandes zum Westmünsterland und setzt sich aus mehreren Teilgebieten zusammen. Das Vogelschutzgebiet liegt zu etwa gleich großen Teilen in den Kreisen Borken, Coesfeld und Recklinghausen. Aus diesem Grund wird es naturschutzfachlich von drei Biologischen Stationen betreut, der Biologischen Station Zwillbrock (Kreis Borken), dem Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld und der Biologischen Station Kreis Recklinghausen.
Das Vogelschutzgebiet gilt seit seiner Meldung durch die Bundesrepublik Deutschland an die EU-Kommission im Jahr 2000 als "Besonderes Schutzgebiet" (BSG = Special Protected Area - SPA) und ist Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 (vgl. Ssymank et al. 1998).
Dieses Schutzgebiet hat im Gebietsnetz Natura 2000 besonderen Wert als Lebensraum für folgende Vogelarten
Rast- und Überwinterungsvogelarten:
- Kranich - Grus grus
- Fischadler - Pandion haliaetus
- Kampfläufer - Philomachus pugnax
- Goldregenpfeifer - Pluvialis apricaria
- Bruchwasserläufer - Tringa glareola
Brutvogelarten:
- Großer Brachvogel - Numenius arquata
- Zwergtaucher - Tachybaptus ruficollis
- Kiebitz - Vanellus vanellus
Rast- und Überwinterungsvogelarten:
- Blässgans - Anser albifrons
- Gänsesäger - Mergus merganser
- Grünschenkel - Tringa nebularia
- Waldwasserläufer - Tringa ochropus
- Rotschenkel - Tringa totanus
Informationsquellen:
Geographische Kommission für Westfalen/LWL
Fachinformationssystem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW